Stipendien
2020 hat die Hessische Kulturstiftung im Rahmen des Programms "Kulturpaket II: Perspektiven öffnen, Vielfalt sichern" meine Arbeit mit zwei Stipendien gefördert. So konnte ich trotz Krise relativ frei und kreativ weiterarbeiten, neue Materialien bespielen und Erlebtes verstoffwechseln.
Eine anfangs experimentelle Herangehensweise ohne konkretes Ziel brachte eine gewisse Leichtigkeit und auch den Humor zu mir zurück, der sich während des Lockdowns zeitweise verabschiedet hatte, weil die Angst auf dem Schoss saß - und die ist kein guter Begleiter.
Insofern war und ist die Pandemie nicht nur eine Zäsur für mich, sondern hat auf positive Weise auch ein Umparken im Kopf auf vielen Ebenen bewirkt.
Meinen spielerischen und ironischen Umgang mit der gemeinhin gültigen Vorstellung von Schmuck hat diese Zeit sogar noch befeuert.
Schmuck darf Spass machen, ist Bestandteil der Selbstdarstellung, kann den Träger zum Strahlen bringen, einfach nur schmücken und aber auch eine Haltung ausdrücken.
Als Ergebnis der gesamten Bandbreite meiner Emotionen der vergangenen Monate entstanden nicht nur Schmuckstücke und Lieblingsstücke, sondern auch regelrechte Miststücke und Dreckstücke. Es war fast ein Spektakel.
Im Moment arbeite ich an einem weiteren Stipendium der HKST, in dem ich mich mit Bewertungssystemen und der Etikettierung von Menschen unter dem Einfluss der Pandemie auseinandersetze. Welche Gruppen wurden und werden gefördert, welche übersehen, was ist dem Staat die Kunst- und Kulturbranche wert, welchen gesellschaftlichen Wert hat diese?